Schule
Die Wiederbelebung des Blogs
05.06.2010
Nach dem hier an dieser Stelle doch schon recht lange nichts mehr passiert ist, möchte ich den Blog gerne wieder beleben.
Anfangen möchte ich mit dem Thema, weswegen ich eigentlich hier bin: der Schule.
Und da hat sich doch einiges getan.
Inzwischen sind wir aufgestiegen.
Von reinen O-Level-Lehrern zu A-Level-Lehrern. Das heißt, wir unterrichten jetzt beide Schularten. Ich habe jetzt Form IV und Form VI. Dafür wurden mir meine süßen kleinen Form I weggenommen.
Mitten im Halbjahr.
Begründung: Sprachprobleme. Von den kleinen können viele (noch) nicht genug Englisch.
Sie verstehen in unserem Unterricht nicht genug. Und da am Ende des zweiten Schuljahres die ersten Nationalexams (tanzaniaweite Examen) fällig werden – auch in Computer Science – ist es wichtig, dass die Schüler in Unterricht auch etwas verstehen.
Eigentlich doch logisch, oder?
Ich allerdings hatte das Gefühl, dass die Schüler, die etwas verstehen wollen auch verstanden haben, von was ich rede.
Natürlich kann erstens ich nicht verhindern, dass in einer Klasse mit mehr als 60 Schülern einige auf der Strecke bleiben und zweitens ein Schüler nicht viel verstehen, wenn er sich lieber mit seinem Nachbarn unterhält oder sich aus dem Fenster träumt.
Mein Schülerleben ist nicht so lange her, dass ich die Tricks nicht kenne, mit denen man sich gegen unaufgeforderten Informationsinput abschottet...
Davor ist aber auch ein Lehrer, der entgegen der Schulordnung Swahili statt Englisch spricht, nicht sicher.
Vorteil: Die kleinen verstehen jetzt wahrscheinlich mehr.
Nachteil: Der Unterricht bei den kleinen war immer sehr lustig – für beide Seiten.
Zumindest habe ich es geschafft, sie immer wieder zum Lachen zu bringen.
Außerdem – ohne seine Kompetenz in Frage stellen zu wollen – die Unterrichtsmethoden des tansanischen Lehrers sind.... sagen wir mal: komisch.
Auf jeden Fall sind sie energiesparend.
Auf einem Seminar zur Verbesserung der Teaching Skills (vier verschiedene Dozenten, zwei komplette Tage...) wurde gesagt, die Lehrer sollten doch bitte die Schüler mehr in ihren Unterricht mit einbeziehen – zum Beispiel mit Gruppenarbeit, etc. - , anstatt nur vor der Klasse einen Monolog herunter zu beten.
Auch unser tanzanischer Kollege hat die Anregungen aufgenommen und seinen Unterricht verschlimmbessert. Er schreibt seinen Schülern jetzt gerne einmal Fragen an die Tafel und lässt sie diese dann bearbeiten – in Gruppen. Er selbst zieht sich dann gerne ins Computerlab zurück und sammelt die Ergebnisse am Ende der Stunde ein oder auch beim nächsten Mal („I gave them homework...“).
Nachdem ich leichte Kritik an diesem Unterrichtsstil von mir gegeben habe, hat er glaube ich auch eingesehen, dass eine Gruppe von 60 12-14 jährigen ohne Aufsicht der direkte Weg in die Anarchie im Klassenzimmer ist. (Ich habe das etwas indirekter formuliert, die meisten Tanzanier mögen Kritik nicht...)
Immerhin bleibt er jetzt als im Klassenzimmer (ich nehme es einmal freundlich an, bin ja nicht sein Wachhund...)
Schade, dass ich meine kleinen hergeben musste...
Außerdem sind meine Ferien die jetzt eigentlich angefangen hätte dabei draufgegangen. Das liegt da dran, dass die Schuljahre der O- und A-Levelschüler gegen einander verschoben sind.
Ziemlich sinnlos finde ich eigentlich...eine richtige Begründung, warum das so ist konnte mir noch niemand geben.
Am Montag morgen letzte Woche kam dann das, von dem ich dachte, ich würde es gar nicht bekommen: Zwangsferien.
Ich bin morgens um kurz nach 5 mit starker Übelkeit aufgewacht. Dazu kamen in den folgenden zwei Stunden dann noch Erbrechen und Duchfall. Bis der Körper komplett leer war.
Mit schlafen war schon lange nichts mehr, und jetzt kommt auch noch Schüttelfrost dazu. Was nun?
Ab ins Krankenhaus.
Und dort lag ich dann erst einmal.
Verfrachtet in ein Untersuchungszimmer, in dem ständig Mütter mit ihren Babys hereinkamen, um sie impfen zu lassen. Die vier (!) Schwestern die zum Impfen nötig waren, saßen in den Pausen zwischen zwei Babys schnatternd und lachend auf der anderen Seite des Zimmers.
Gelacht haben sie unter anderem über mich.
Den zitternden und stöhnenden (Schubweise Magenkrämpfe...) Weißen, der mit 5 Decken auf sich gestapelt immer noch friert...
Im Moment ist hier Winter, das heißt es wird nachts empfindlich kalt. Und morgens hat es auch noch keine 30°C...
Wobei ich dazu sagen muss, dass sie es nicht geschafft haben mir eine richtige Decke zu organisieren. Was da auf mir lag waren eigentlich Leintücher.
Und der Arzt kommt ja gleich...
Ich habe dann irgendwann entschieden, dass es entschieden sinnvoller ist, mir meine restliche Energie zum zittern zu verwenden, anstatt den Arzt herbei zu diskutieren.
Zwischenzeitlich wurde auch der Blutdruck gemessen. Nach dem vierten Versuch haben die Schwestern dann festgestellt, dass das Gerät nur Schmarn anzeigt und offensichtlich einen Schaden hat. Ein neues Gerät und es klappt.
Immerhin hat das Thermometer auf Anhieb sinnvolle Daten ausgespuckt.
Als der Arzt dann endlich kam, ging alles ganz schnell: Etwas Blut aus dem Arm fürs Labor und einige Fragen vom Onkel Doktor, und dann war klar, was später auch das Ergebnis von dem Test im Labor ergeben hat:
Diagnose Malaria.
Man bringt mich in ein Krankenzimmer.
Ein Doppelzimmer.
Stört mich aber in diesem Moment nicht.
Die Schwestern auch nicht.
Den Arzt, der gerade hereinkommt, schon.
„To much disturbance...“
Ich ergebe mich meinem Schicksal und werde in ein Einzelzimmer verlegt und mache es mir im Bett so gemütlich wie es eben nur geht.
Nun ist es die Schwester der an dem Zimmer etwas nicht passt: die Toilettenspülung geht nicht (und wie sie leise zu dem Arzt sagt, schon seit Wochen nicht...)
Die Spülung ist allerdings das letzte was mich in dem Moment interessiert. Mein Körper fühlt sich so leer an, dass ich mir sicher bin, dass ich die Spülung in absehbarer Zeit nicht benutzen werde.
Im dritten Zimmer (Einzelzimmer) darf ich dann endlich bleiben.
Ich bekomme zwei Spritzen, eine gegen Malaria, eine gegen Übelkeit. Und einen Tropf in Arm, gegen den Flüssigkeitsverlust. Dann schlafe ich ein.
Als ich wieder aufwache, fühle ich mich schon wieder so gut, dass es mich nervt, dass ich hier zwei Tage verbringen darf.
Zwei Tage nichts tun und im Bett liegen.
Etwas Abwechslung bringen die vielen Besucher: verschiedene Lehrer kommen, der Headmaster kommt, unser Nachbar kommt regelmäßig (er hat mich auch schon auf dem Weg ins Krankenhaus begleitet.), einmal sogar mit Familie.
Und jeder bringt ein mitleidiges „Pole!“ mit – DAS Universalwort, heißt in diesem Fall so viel wie „Tut mir Leid“.
Manch einer aber auch (viel hilfreicher ;-) ) auch eine Soda oder Kekse.
Im laufe des Tages trinke ich 6 Flaschen (3 Liter!) durch den Arm...
Gar nicht so schlecht, krank zu sein...
Wäre da nicht nur die Langeweile.
Dagegen helfen auch die Schwestern nicht, die ständig mit einer neuen Spritze, Pillen oder dem Blutdruckmessgerät und Thermometer kommen.
Schmerzen, Übelkeit oder Magenkrämpfe verschwanden schon am Mittag.
Den ersten Tag verbringe ich mit lesen (John Reader – Africa, A Biography of the continent; sehr zu empfehlen!).
Den zweiten mit dem Korrigieren meiner Form IV-Examen.
Mittags kommt ein Arzt ins Zimmer und meint, so gut wie es mir gehe, kann ich eigentlich schon heimgehen und nur für die Spritzen alle paar Stunden wiederkommen.
5 Minuten später kommt ein anderer Arzt und mein, so gut wie es mir gehe, kann ich morgen früh schon nach hause gehen...
Ich musste dann aber doch noch bis Mittwoch morgen bleiben.
Inzwischen habe ich von einem der Lehrer erfahren, dass es sehr ungewöhnlich ist, mit Malaria stationär behandelt zu werden.
Aber wie einer der Ärzte vieldeutig durchscheinen lässt: er weiß, dass die Weißen gut versichert sind...
Damit hat er auch recht. Mit dem Motto: „tut ja keinem weh, daraus Kapital zu schlagen.“
Ich denke mir, auch nicht schlecht, so kommt das Geld (51.500 TZS = 25€) immerhin beim Krankenhaus an, das ist ja oft bei Spenden aus dem Ausland nicht so...
Der Arzt, der mich entlässt, sagt mir, ich solle auf die Schwester warten, die mir eine Quittung bringt und Medikamente zum Mitnehmen.
Sie kommt nicht.
Nach einer Stunde mache ich mich auf die Suche. Man hat mich vergessen.
Donnerstag: ich bin einkaufen im Ort.
Schon in der ersten Duka (Laden) werde ich mit dem oft gehörten „Pole!“ begrüßt.
Auch in der zweiten Duka fragt mich die Mama hinter der Theke ob ich wieder gesund sei. Ich bekomme ein Bonbon umsonst. Auf die gute Besserung.
Auch auf der Straße spricht mich einer der Schüler an, ob ich Malaria hatte? Und wieder ein „Pole!“.
Der Buschfunk funktioniert, jeder im Ort weiß, dass der Weiße im Krankenhaus war.
Anfangen möchte ich mit dem Thema, weswegen ich eigentlich hier bin: der Schule.
Und da hat sich doch einiges getan.
Inzwischen sind wir aufgestiegen.
Von reinen O-Level-Lehrern zu A-Level-Lehrern. Das heißt, wir unterrichten jetzt beide Schularten. Ich habe jetzt Form IV und Form VI. Dafür wurden mir meine süßen kleinen Form I weggenommen.
Mitten im Halbjahr.
Begründung: Sprachprobleme. Von den kleinen können viele (noch) nicht genug Englisch.
Sie verstehen in unserem Unterricht nicht genug. Und da am Ende des zweiten Schuljahres die ersten Nationalexams (tanzaniaweite Examen) fällig werden – auch in Computer Science – ist es wichtig, dass die Schüler in Unterricht auch etwas verstehen.
Eigentlich doch logisch, oder?
Ich allerdings hatte das Gefühl, dass die Schüler, die etwas verstehen wollen auch verstanden haben, von was ich rede.
Natürlich kann erstens ich nicht verhindern, dass in einer Klasse mit mehr als 60 Schülern einige auf der Strecke bleiben und zweitens ein Schüler nicht viel verstehen, wenn er sich lieber mit seinem Nachbarn unterhält oder sich aus dem Fenster träumt.
Mein Schülerleben ist nicht so lange her, dass ich die Tricks nicht kenne, mit denen man sich gegen unaufgeforderten Informationsinput abschottet...
Davor ist aber auch ein Lehrer, der entgegen der Schulordnung Swahili statt Englisch spricht, nicht sicher.
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| A-Level Schüler bei der Afternoon Assembly |
Vorteil: Die kleinen verstehen jetzt wahrscheinlich mehr.
Nachteil: Der Unterricht bei den kleinen war immer sehr lustig – für beide Seiten.
Zumindest habe ich es geschafft, sie immer wieder zum Lachen zu bringen.
Außerdem – ohne seine Kompetenz in Frage stellen zu wollen – die Unterrichtsmethoden des tansanischen Lehrers sind.... sagen wir mal: komisch.
Auf jeden Fall sind sie energiesparend.
Auf einem Seminar zur Verbesserung der Teaching Skills (vier verschiedene Dozenten, zwei komplette Tage...) wurde gesagt, die Lehrer sollten doch bitte die Schüler mehr in ihren Unterricht mit einbeziehen – zum Beispiel mit Gruppenarbeit, etc. - , anstatt nur vor der Klasse einen Monolog herunter zu beten.
Auch unser tanzanischer Kollege hat die Anregungen aufgenommen und seinen Unterricht verschlimmbessert. Er schreibt seinen Schülern jetzt gerne einmal Fragen an die Tafel und lässt sie diese dann bearbeiten – in Gruppen. Er selbst zieht sich dann gerne ins Computerlab zurück und sammelt die Ergebnisse am Ende der Stunde ein oder auch beim nächsten Mal („I gave them homework...“).
Nachdem ich leichte Kritik an diesem Unterrichtsstil von mir gegeben habe, hat er glaube ich auch eingesehen, dass eine Gruppe von 60 12-14 jährigen ohne Aufsicht der direkte Weg in die Anarchie im Klassenzimmer ist. (Ich habe das etwas indirekter formuliert, die meisten Tanzanier mögen Kritik nicht...)
Immerhin bleibt er jetzt als im Klassenzimmer (ich nehme es einmal freundlich an, bin ja nicht sein Wachhund...)
Schade, dass ich meine kleinen hergeben musste...
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| Im Computer Lab mit Form VI |
Außerdem sind meine Ferien die jetzt eigentlich angefangen hätte dabei draufgegangen. Das liegt da dran, dass die Schuljahre der O- und A-Levelschüler gegen einander verschoben sind.
Ziemlich sinnlos finde ich eigentlich...eine richtige Begründung, warum das so ist konnte mir noch niemand geben.
Am Montag morgen letzte Woche kam dann das, von dem ich dachte, ich würde es gar nicht bekommen: Zwangsferien.
Ich bin morgens um kurz nach 5 mit starker Übelkeit aufgewacht. Dazu kamen in den folgenden zwei Stunden dann noch Erbrechen und Duchfall. Bis der Körper komplett leer war.
Mit schlafen war schon lange nichts mehr, und jetzt kommt auch noch Schüttelfrost dazu. Was nun?
Ab ins Krankenhaus.
Und dort lag ich dann erst einmal.
Verfrachtet in ein Untersuchungszimmer, in dem ständig Mütter mit ihren Babys hereinkamen, um sie impfen zu lassen. Die vier (!) Schwestern die zum Impfen nötig waren, saßen in den Pausen zwischen zwei Babys schnatternd und lachend auf der anderen Seite des Zimmers.
Gelacht haben sie unter anderem über mich.
Den zitternden und stöhnenden (Schubweise Magenkrämpfe...) Weißen, der mit 5 Decken auf sich gestapelt immer noch friert...
Im Moment ist hier Winter, das heißt es wird nachts empfindlich kalt. Und morgens hat es auch noch keine 30°C...
Wobei ich dazu sagen muss, dass sie es nicht geschafft haben mir eine richtige Decke zu organisieren. Was da auf mir lag waren eigentlich Leintücher.
Und der Arzt kommt ja gleich...
Ich habe dann irgendwann entschieden, dass es entschieden sinnvoller ist, mir meine restliche Energie zum zittern zu verwenden, anstatt den Arzt herbei zu diskutieren.
Zwischenzeitlich wurde auch der Blutdruck gemessen. Nach dem vierten Versuch haben die Schwestern dann festgestellt, dass das Gerät nur Schmarn anzeigt und offensichtlich einen Schaden hat. Ein neues Gerät und es klappt.
Immerhin hat das Thermometer auf Anhieb sinnvolle Daten ausgespuckt.
Als der Arzt dann endlich kam, ging alles ganz schnell: Etwas Blut aus dem Arm fürs Labor und einige Fragen vom Onkel Doktor, und dann war klar, was später auch das Ergebnis von dem Test im Labor ergeben hat:
Diagnose Malaria.
Man bringt mich in ein Krankenzimmer.
Ein Doppelzimmer.
Stört mich aber in diesem Moment nicht.
Die Schwestern auch nicht.
Den Arzt, der gerade hereinkommt, schon.
„To much disturbance...“
Ich ergebe mich meinem Schicksal und werde in ein Einzelzimmer verlegt und mache es mir im Bett so gemütlich wie es eben nur geht.
Nun ist es die Schwester der an dem Zimmer etwas nicht passt: die Toilettenspülung geht nicht (und wie sie leise zu dem Arzt sagt, schon seit Wochen nicht...)
Die Spülung ist allerdings das letzte was mich in dem Moment interessiert. Mein Körper fühlt sich so leer an, dass ich mir sicher bin, dass ich die Spülung in absehbarer Zeit nicht benutzen werde.
Im dritten Zimmer (Einzelzimmer) darf ich dann endlich bleiben.
Ich bekomme zwei Spritzen, eine gegen Malaria, eine gegen Übelkeit. Und einen Tropf in Arm, gegen den Flüssigkeitsverlust. Dann schlafe ich ein.
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| Im Krankenhaus |
Als ich wieder aufwache, fühle ich mich schon wieder so gut, dass es mich nervt, dass ich hier zwei Tage verbringen darf.
Zwei Tage nichts tun und im Bett liegen.
Etwas Abwechslung bringen die vielen Besucher: verschiedene Lehrer kommen, der Headmaster kommt, unser Nachbar kommt regelmäßig (er hat mich auch schon auf dem Weg ins Krankenhaus begleitet.), einmal sogar mit Familie.
Und jeder bringt ein mitleidiges „Pole!“ mit – DAS Universalwort, heißt in diesem Fall so viel wie „Tut mir Leid“.
Manch einer aber auch (viel hilfreicher ;-) ) auch eine Soda oder Kekse.
Im laufe des Tages trinke ich 6 Flaschen (3 Liter!) durch den Arm...
Gar nicht so schlecht, krank zu sein...
Wäre da nicht nur die Langeweile.
Dagegen helfen auch die Schwestern nicht, die ständig mit einer neuen Spritze, Pillen oder dem Blutdruckmessgerät und Thermometer kommen.
Schmerzen, Übelkeit oder Magenkrämpfe verschwanden schon am Mittag.
Den ersten Tag verbringe ich mit lesen (John Reader – Africa, A Biography of the continent; sehr zu empfehlen!).
Den zweiten mit dem Korrigieren meiner Form IV-Examen.
Mittags kommt ein Arzt ins Zimmer und meint, so gut wie es mir gehe, kann ich eigentlich schon heimgehen und nur für die Spritzen alle paar Stunden wiederkommen.
5 Minuten später kommt ein anderer Arzt und mein, so gut wie es mir gehe, kann ich morgen früh schon nach hause gehen...
Ich musste dann aber doch noch bis Mittwoch morgen bleiben.
Inzwischen habe ich von einem der Lehrer erfahren, dass es sehr ungewöhnlich ist, mit Malaria stationär behandelt zu werden.
Aber wie einer der Ärzte vieldeutig durchscheinen lässt: er weiß, dass die Weißen gut versichert sind...
Damit hat er auch recht. Mit dem Motto: „tut ja keinem weh, daraus Kapital zu schlagen.“
Ich denke mir, auch nicht schlecht, so kommt das Geld (51.500 TZS = 25€) immerhin beim Krankenhaus an, das ist ja oft bei Spenden aus dem Ausland nicht so...
Der Arzt, der mich entlässt, sagt mir, ich solle auf die Schwester warten, die mir eine Quittung bringt und Medikamente zum Mitnehmen.
Sie kommt nicht.
Nach einer Stunde mache ich mich auf die Suche. Man hat mich vergessen.
Donnerstag: ich bin einkaufen im Ort.
Schon in der ersten Duka (Laden) werde ich mit dem oft gehörten „Pole!“ begrüßt.
Auch in der zweiten Duka fragt mich die Mama hinter der Theke ob ich wieder gesund sei. Ich bekomme ein Bonbon umsonst. Auf die gute Besserung.
Auch auf der Straße spricht mich einer der Schüler an, ob ich Malaria hatte? Und wieder ein „Pole!“.
Der Buschfunk funktioniert, jeder im Ort weiß, dass der Weiße im Krankenhaus war.
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