Regenzeit
… it's raining, man!
12.11.2009
Jetzt geht es also wirklich los!
Nachdem ihn uns unsere Lehrer mehrfach versprochen hatten und er dann doch nicht kam, ist er jetzt endlich/leider (je nachdem, was man gerade machen will/braucht) da: der Regen.
Kurios ging es schon ganz am Anfang unseres Aufenthaltes hier los:
(Gespräch zwischen einem Lehrer und mir)
Ich: „Is it true that the rainy season will start in September?“
Lehrer: „No, not in September... It will start next month.“
Gut, dass das Thema „Zeit“ nicht unbedingt die große Stärke der Afrikaner ist (außer vielleicht im Laufsport), habe ich inzwischen oft genug erfahren dürfen.
Das ganze war im August....
Zurück zum Thema: Der Regen.
Er bringt das einfache tägliche Leben ganz schön durcheinander. Oder besser: vielmals zum Stillstand.
Bauern bereiten ihre Felder auf die neue Saison vor - auch vor unserem Haus
In der Regel kann man sich ab 4 Uhr Nachmittags auf Regen einstellen. Oft ist es morgens noch sonnig und extrem warm (Heute leider nicht...). Das führt aber dazu dass der Regen ein Gewitter mitbringt, das den Regen mit einem gewaltigen Donnerschlag einläutet.
Die erste Stunde des Regens ist die schlimmste. Dicke Tropfen, die mit Wucht vom Himmel fallen. Wie stark der Regen dann ist, lässt sich an dem Winkel messen, in dem das Wasser von unserem Dach schießt. Eine Regenrinne gibt es nicht wirklich. Die zwei Meter Regenrinne an unserem Dach hängen so schief, dass es selbst mit einer Gießkanne schwer wäre, da Wasser durchlaufen zu lassen... Braucht man aber auch nicht wirklich... Ist so wie so alles überflutet, wenn es hier richtig losgeht.
Nach der Anfangszeit regnet es sich langsam aus, das Gewitter legt sich. Das „Ausregnen“ kann aber auch gut und gerne mal mehrere Stunden gehen. Aber immerhin ist es dann normaler Regen ohne Gewitter.
Und auch nach dem Regen ist das Hauptproblem die Straße. Nicht die große geteerte. Nein, die Erd-Pisten, die hier die Regel sind...
Wenn man hier zu Fuß unterwegs ist sollte man sich über die Anschaffung von Flügeln ernsthafte Gedanken machen. Oder zumindest über Schneeschuhe.
Vor allem nach der Verschlimmbesserung der Straße, die von unserem Haus zur großen Teer-Straße führt, ist die Gefahr groß im Schlamm einen Schuh zu verlieren. Am Besten man geht gleich barfüßig...
Zuerst hat ein Bautrupp das Erdreich der Straße so extrem verdichtet, dass der Regen es nicht aufweichen konnte und in die seitlichen Kanäle abgeflossen ist. Jetzt wurde aber noch neue Erde aufgeschüttet, die bei den ersten Regentropfen sofort zu Schlamm wird...
Immerhin. Durch die Menge an Wasser scheinen sich andere Probleme von selbst zu lösen. Zum Beispiel unser chronisch leerer Tank bekommt spätestens alle 3 Tage neuen Frischwasserinput.
(letztes mal sah das „Frischwasser“ aus wie starker Kaffee, weil so viel Sand mitkam... Ist aber zum Glück nicht die Regel)
Auch der extreme feine Staub, der sich erbarmungslos an jeden Ort vorgekämpft hat, hat sich gelegt. Er ist jetzt zu Matsch geworden. Mit dem Vorteil, dass der Wind ihn nicht mehr ins Haus trägt (das haben unsere eigenen Füße übernommen...) und dem Nachteil, dass man beim Laufen durch den oder nach dem Regen meinen könnte, die Füße seien in Blei gegossen.
Der Natur tut der Regen auf jeden Fall gut. Alles wirkt grüner und frischer.
Kann aber auch sein, dass der Regen einfach das Einheitsgrau des Staubs weggewischt hat...
Wäre aber langweilig, wenn das Wasser damit keine wirklichen Probleme mehr machen würde, oder?
Vor einigen Tagen bin ich abends nach der täglichen Regendosis über unseren Innenhof gelaufen und habe bemerkt, dass unter der Küchentür Wasser hervorläuft. Es plätschert verdächtig. Ich ahne das Schlimmste, öffne die Tür und – stehe im Kinderplantschbecken. Sogar mit Wasserfall. Fehlt nur noch der Bademeister...
Muss wohl jemand den Wasserhahn vergessen haben. Passiert auch recht schnell, wenn man audreht und es kommt nichts...
Ich wate also tapfer durch das knöcheltiefe Wasser, in dem ein leerer Kartoffelsack, ein Mülleimer und ein Holzlöffel gemütlich dahintreiben, und versuche krampfhaft den Wasserhahn abzudrehen.
Nur um festzustellen, dass der Hahn abgedreht ist!
Auch der Hahn am Outlet des Wassertanks ist zu.
Eigentlich sollte da nur trockener Staub aus der Leitung rieseln...
Ich gebe mich geschlagen, bringe wichtige Dinge in Sicherheit und beschließe, dass das Schwimmbad heute länger geöffnet hat.
Kaum ist die Suppe ausgelöffelt (im fast wörtlichen Sinne), hat ein ungünstiger Wind vorgestern wieder für eine weitere kleine Flutkatastophe gesorgt.
Durch den Zwischenraum zwischen Dach und Wand, der als Dunstabzug dient, hat der Wind den Regen hereingedrückt...
„Die Küchensturmflut“ - klingt fast wie ein Filmtitel gewisser privater Sender im deutschen Fernsehen.
Ich werde jetzt erst einmal versuchen, die Löcher in unserem Dach zu flicken...
Zum Abschluss habe ich nach einigem rumfragen in der Frühstückspause tatsächlich noch zwei Swahili- Sprichwörter über den Regen gefunden:
„Aisifuye mvua imemnyea.“
(Der, der den Regen lobt, auf den hat es geregnet.)
„Dalili ya mvua ni mawingu.“
(Anzeichen für den Regen sind die Wolken.)

Nachdem ihn uns unsere Lehrer mehrfach versprochen hatten und er dann doch nicht kam, ist er jetzt endlich/leider (je nachdem, was man gerade machen will/braucht) da: der Regen.
Kurios ging es schon ganz am Anfang unseres Aufenthaltes hier los:
(Gespräch zwischen einem Lehrer und mir)
Ich: „Is it true that the rainy season will start in September?“
Lehrer: „No, not in September... It will start next month.“
Gut, dass das Thema „Zeit“ nicht unbedingt die große Stärke der Afrikaner ist (außer vielleicht im Laufsport), habe ich inzwischen oft genug erfahren dürfen.
Das ganze war im August....
Zurück zum Thema: Der Regen.
Er bringt das einfache tägliche Leben ganz schön durcheinander. Oder besser: vielmals zum Stillstand.
- Die Straßen sind während dem Regen selbst reißende Flüsse, ...
- … und hinterher Schlammlöcher,
- der Markt ist kurz davor weg zu schwimmen,
- alle Ladenbesitzer bringen ihre Waren in Sicherheit oder machen ihren Laden gleich ganz dicht (denn: im Regen kommen sowieso keine Kunden... da muss man schon das Glück haben, dass sich einer in den Laden flüchtet, damit der Tag kein Verlustgeschäft wird...),
- die Besitzer von Restaurants, Chipsi-Buden und Bars freuen sich über viele Gäste, die sich vor dem Regen zu ihnen flüchten und wegen dem Regen nicht mehr so schnell nach Hause kommen
- und der Rest der Bevölkerung freut sich aus dem Trockenen heraus, wenn wir Weise furchtlos durch das himmlische Nass stapfen.
Bauern bereiten ihre Felder auf die neue Saison vor - auch vor unserem Haus
In der Regel kann man sich ab 4 Uhr Nachmittags auf Regen einstellen. Oft ist es morgens noch sonnig und extrem warm (Heute leider nicht...). Das führt aber dazu dass der Regen ein Gewitter mitbringt, das den Regen mit einem gewaltigen Donnerschlag einläutet.
Die erste Stunde des Regens ist die schlimmste. Dicke Tropfen, die mit Wucht vom Himmel fallen. Wie stark der Regen dann ist, lässt sich an dem Winkel messen, in dem das Wasser von unserem Dach schießt. Eine Regenrinne gibt es nicht wirklich. Die zwei Meter Regenrinne an unserem Dach hängen so schief, dass es selbst mit einer Gießkanne schwer wäre, da Wasser durchlaufen zu lassen... Braucht man aber auch nicht wirklich... Ist so wie so alles überflutet, wenn es hier richtig losgeht.
Nach der Anfangszeit regnet es sich langsam aus, das Gewitter legt sich. Das „Ausregnen“ kann aber auch gut und gerne mal mehrere Stunden gehen. Aber immerhin ist es dann normaler Regen ohne Gewitter.
Und auch nach dem Regen ist das Hauptproblem die Straße. Nicht die große geteerte. Nein, die Erd-Pisten, die hier die Regel sind...
Wenn man hier zu Fuß unterwegs ist sollte man sich über die Anschaffung von Flügeln ernsthafte Gedanken machen. Oder zumindest über Schneeschuhe.
Vor allem nach der Verschlimmbesserung der Straße, die von unserem Haus zur großen Teer-Straße führt, ist die Gefahr groß im Schlamm einen Schuh zu verlieren. Am Besten man geht gleich barfüßig...
Zuerst hat ein Bautrupp das Erdreich der Straße so extrem verdichtet, dass der Regen es nicht aufweichen konnte und in die seitlichen Kanäle abgeflossen ist. Jetzt wurde aber noch neue Erde aufgeschüttet, die bei den ersten Regentropfen sofort zu Schlamm wird...
Immerhin. Durch die Menge an Wasser scheinen sich andere Probleme von selbst zu lösen. Zum Beispiel unser chronisch leerer Tank bekommt spätestens alle 3 Tage neuen Frischwasserinput.
(letztes mal sah das „Frischwasser“ aus wie starker Kaffee, weil so viel Sand mitkam... Ist aber zum Glück nicht die Regel)
Auch der extreme feine Staub, der sich erbarmungslos an jeden Ort vorgekämpft hat, hat sich gelegt. Er ist jetzt zu Matsch geworden. Mit dem Vorteil, dass der Wind ihn nicht mehr ins Haus trägt (das haben unsere eigenen Füße übernommen...) und dem Nachteil, dass man beim Laufen durch den oder nach dem Regen meinen könnte, die Füße seien in Blei gegossen.
Der Natur tut der Regen auf jeden Fall gut. Alles wirkt grüner und frischer.
Kann aber auch sein, dass der Regen einfach das Einheitsgrau des Staubs weggewischt hat...
Wäre aber langweilig, wenn das Wasser damit keine wirklichen Probleme mehr machen würde, oder?
Vor einigen Tagen bin ich abends nach der täglichen Regendosis über unseren Innenhof gelaufen und habe bemerkt, dass unter der Küchentür Wasser hervorläuft. Es plätschert verdächtig. Ich ahne das Schlimmste, öffne die Tür und – stehe im Kinderplantschbecken. Sogar mit Wasserfall. Fehlt nur noch der Bademeister...
Muss wohl jemand den Wasserhahn vergessen haben. Passiert auch recht schnell, wenn man audreht und es kommt nichts...
Ich wate also tapfer durch das knöcheltiefe Wasser, in dem ein leerer Kartoffelsack, ein Mülleimer und ein Holzlöffel gemütlich dahintreiben, und versuche krampfhaft den Wasserhahn abzudrehen.
Nur um festzustellen, dass der Hahn abgedreht ist!
Auch der Hahn am Outlet des Wassertanks ist zu.
Eigentlich sollte da nur trockener Staub aus der Leitung rieseln...
Ich gebe mich geschlagen, bringe wichtige Dinge in Sicherheit und beschließe, dass das Schwimmbad heute länger geöffnet hat.
Kaum ist die Suppe ausgelöffelt (im fast wörtlichen Sinne), hat ein ungünstiger Wind vorgestern wieder für eine weitere kleine Flutkatastophe gesorgt.
Durch den Zwischenraum zwischen Dach und Wand, der als Dunstabzug dient, hat der Wind den Regen hereingedrückt...
„Die Küchensturmflut“ - klingt fast wie ein Filmtitel gewisser privater Sender im deutschen Fernsehen.
Ich werde jetzt erst einmal versuchen, die Löcher in unserem Dach zu flicken...
Zum Abschluss habe ich nach einigem rumfragen in der Frühstückspause tatsächlich noch zwei Swahili- Sprichwörter über den Regen gefunden:
„Aisifuye mvua imemnyea.“
(Der, der den Regen lobt, auf den hat es geregnet.)
„Dalili ya mvua ni mawingu.“
(Anzeichen für den Regen sind die Wolken.)

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