Die letzten drei Wochen Schule
von sauberen Tagen und praktisch (unmöglichen) Examen
29.03.2010
Cleaning Day – der Tag an dem die Schule putzte
Nach der kleinen monatlichen Feierlichkeit in der Assembly Hall, bei der der Headmaster eine Ansprache an die Schüler hält und die besten Schüler der Weekly Tests gekürt werden. Diesmal begann die Rede mit dem Hinweis: Eure Lehrer sind auch nur Menschen, und nicht unfehlbar. Verlasst euch nicht blind auf das was sie sagen, bildet euch zu Hause selbst weiter. Lest, übt, usw.
Eigentlich keine schlechte Idee. Nur sind z.B. unsere Computerbücher auch nicht immer ganz das gelbe vom Ei.. Aber ich kenne auch keinen Schüler der eines hat (wahrscheinlich aus finanziellen Gründen) die Schule stellt keine Bücher.
Kurze Erklärung zu den Weekly Tests: diese Tests finden jeden Samstag statt, immer 2 Fächer, je eine Stunde. Computer wurde schon mehrmals verschoben (natürlich nachdem ich die Examen vorbereitet hatte...) und dann wegen der Mid-Term Examen ganz gestrichen.
Nach jedem Monat wird ein Schnitt berechnet.
Auf Grund der anfänglich schlechten Ergebnisse wurde die Preisverleihung eingeführt. Und – es hilft! In Form IV schnellte die Zahl der Preisträger von einem auf 14 hoch, laut Prognose aus dem Office, weiter steigend!
Nach der Siegesehrung mit Preisübergabe (Stifte und Hefte – sehr sinnvoll, vor allem da Kinder ärmerer Familien oft ein Heft für alle Fächer verwenden...), rief der Headmaster die Lehrer zusammen, er muss uns etwas zeigen.
Im Gänsemarsch watschelt der ganze Lehrkörper dem Chef hinterher – in das Dormitory der Jungs.
Im Innenhof der Internatsräume hält der Headmaster eine Lange Rede über Sauberkeit in schnellem Staccato-Swahili, ich verstehe nur wenige Worte, die kurzen Hilfestellungen der andern Lehrer auf Englisch lassen auch zu wünschen übrig.
Egal: das Problem ist schnell klar: es geht um die Lehrer die im wöchentlichen Wechsel „on duty“ sind, also die die dafür sorgen, dass alles läuft, alle Zeiten eingehalten werden, die Schüler keinen Unfug treiben und – für einige Lehrer eine besondere Belustigung – auch für Strafen zuständig sind.
Diese Lehrer schauen meist nur in den Innenhof und betiteln die Sauberkeit des Internatsgeländes mit tollen Begriffen wie „excellent“.
Das haben die Schüler natürlich schnell begriffen, der Innenhof sieht tadellos aus. Dann aber geht die Führung weiter: Durch die Schlafsäle, eine Müllhalde auf der Treppe des hinteren Ausganges, durch die Toiletten – überall hin eben. Und die Sauberkeit vom Innenhof ist schnell verschwunden.
Der Headmaster mahnt zu mehr Verantwortungsbewusstseinn der Lehrer „on duty“ und vor verschiedenen Krankheiten. Anscheinend musste eine andere Schule vor kurzem erst wegen einer Cholera-Epidemie schließen.
Die Lösung: am Freitag gibt nur in den ersten beiden Stunden Unterricht, danach wird die Schule Grund-gereinigt. Natürlich von den Schülern. Die Lehrer beaufsichtigen nur.
Da nicht alle Schüler (über 1000) die Innenräume putzen können, werden auch draußen auf dem Schulgelände aufgaben verteilt: Rasenmähnen, fegen (auf einer Erdpiste reine Sisyphusarbeit) und auch kreative Aufgaben wie Unkraut auf den Mauern jäten.
Ich bin für die Rasenmäher eingeteilt. 60 Form IV Schüler, ca. 500 mal 30 Meter, mit 8 Werkzeugen.
Na klasse.
Immer 8 sind am arbeiten, der Rest sitzt untätig rum. Meine Aufgabe ist es, die Schüler zu beaufsichtigen, ihre Arbeit zu kontrollieren und – falls sie ordentlich ausgeführt wurde – die Schüler auf einer Liste abzuhaken.
Ich komme mir etwas wie der weiße Kolonialherr vor, der eine Gruppe Sklaven mit primitiven Werkzeugen über seine Felder scheucht.
Für das gute Gewissen treibe ich noch eines dieser Werkzeuge – eine flache Metallstange – auf und mähe auch ein Stück.
Ziemlich anstrengend, da das Gras nicht geschnitten sondern abgerissen wird – bei dem dicken und festen afrikanischen Gras gar nicht so leicht.
Außerdem werde ich prompt von Schülern wie Lehrern ausgelacht.
Ein Lehrer der (körperlich) arbeitet – wo gibt’s denn so was?!
Mid-Term Examinations – praktisch kaum durchführbare praktische Examen
Letzte Woche waren Mid-Term Examen - zum ersten mal praktische Examen im neuen Computerlab und, wie immer, chaotisch von vorne bis hinten.
Das hat schon damit angefangen, dass gleich am nach der Einweihung des Netzwerkes der Server den Geist aufgegeben hat. Kaum eine Woche alt, schon ist das Motherboard kaputt. Gut kann passieren, war schließlich ein gebrauchter aus Europa.
Also gleich wieder in den Computerladen gebracht und haben sogar Garantie drauf! Eigentlich alles kein Problem. Dachten wir...
"Kein Problem" heißt, wir sind schichtweiße über eine Woche lang fast täglich in den Computerladen gepilgert und haben nach unserem Server gefragt. Und jedes Mal die selben Ausflüchte zu hören bekommen: "Der Techniker ist nicht da.", "Wir haben noch keine Ersatzteile.", "Wenn der Computer bis morgen nicht fertig ist, tauschen wir ihn aus." (Wir haben immer noch den selben...)
Um es kurz zu machen: Dominic hat den Rechner an einem Donnerstag in dem Laden abgeliefert, ich habe ihn an einem Samstag - 9 Tage später! - wieder abgeholt, funktionierend.
Aber leider nicht so, wie wir ihn abgeliefert hatten... Das CD-Laufwerk haben sie durch eine Blende ersetzt, den guten Arbeitsspeicher gegen billigen Chinesischen No-Name Speicher. Das Laufwerk habe ich wieder raus gehandelt, den Arbeitsspeicher "konnten" sie leider nicht ersetzen. "Nicht können" heißt, "Wir haben nur den hier.", "Das ist der, der drin war.", usw.
War mir dann aber auch zu blöde... Funktioniert ja auch so. Und wenn nicht, nehmen wir eben wieder die Garantie in Anspruch. ;-)
Außerdem weiß ich inzwischen, dass nur der Chef des Ladens einen Schlüssel zu dem Schrank hat, in dem die Markenspeicher lagern. Und der Chef war an besagtem Samstag nicht da.
Zurück in der Schule:
Das Teil wieder angeschlossen und - erstaunlicher Weise - es funktioniert alles. Zum Glück ist unsere Festplatte mit Betriebssystem und Einstellungen noch drin und nicht überschrieben worden. Das konnte ich dem Techniker im Computerladen gerade noch ausreden...
Jetzt noch kurz alle meine Schüler als Benutzer eingefügt und die Examen können kommen.
Am Mittwoch war es dann so weit. Das erste der Examen an diesem Tag (Englisch, für alle Klassenstufen) habe ich mit dem Beaufsichtigen der Form II verbracht, dann endlich konnte es losgehen.
Oder eben auch nicht... Startzeit war 11:30, ich hatte vier Sessions mit je c.a. 43 Schülern vor mir. Ich hatte schon Angst, dass es Probleme gibt, da ich den Computerraum "über bucht" hatte: wir haben 40 Computer minus einen Lehrercomputer, also 39.
Aber es kam ganz anders:
Als um 12 noch immer keine Schüler da waren, habe ich mich auf die Suche nach meinen Form IVs gemacht. Die Lehrer, die das Englischexamen in der vierten Klasse beaufsichtigt hatten, haben gnädiger Weiße etwas Zeit drauf gegeben.
Offizielles Ende war 11 Uhr.
Und da die Schüler auf ihrer halben Stunde pause bestanden (bestanden in dem Sinne, dass sie einfach unauffindbar waren), was ich ihnen auf jeden Fall nicht verübeln kann – 2 Examen am Tag, 5 Tage die Woche ist schon hart genug - kamen die ersten um 12:15 Uhr.
Dann das Problem mit der Anmeldung am Computer: Benutzername ist Zusammengesetzt aus den ersten 8 Buchstaben des Vornamens, einem Punkt und den ersten 8 Buchstaben des Nachnamens, kein Passwort. Eigentlich nicht so schwer, an der Tafel ein eindeutiges (Meine Meinung) Beispiel.
Gut, wir konnten das nicht üben, aber so schwer ist das nicht, nicht einmal Groß/Kleinschreibung macht was aus.
Trotzdem hier die Top-5 der Probleme:
Für mich hieß das: 80 % der Schüler brauchen Hilfe. Da ich nicht alle Namen kenne, muss ich immer wieder am Lehrercomputer prüfen, welcher Name mit welcher Schreibweise. Besonders beliebt auch: Ich vertausche „L“ und „R“ (allgemein tanzanisches Problem). Aus „Erika“ wird dann ganz schnell „Elika“. Bei den uns geläufigen Namen findet man den Fehler recht einfach aber bei tanzanischen Namen sieht das etwas anders aus...
Effektiv ging es dann mit einer Stunde Verspätung los...
Die Anwesenheit der Schüler lies zu wünschen übrig, scheinbar ist die Am-Anfang-des-Alphabets-Krankheit ausgebrochen; in der ersten Session kamen nur rund 20 der 40 Schüler.
Danach wurde es besser.
Bis zur letzten Session: durch die anfängliche Verspätung und die Probleme bei der Anmeldung ist es ganz schnell später geworden, als es hätte werden sollen. Auf jeden Fall haben das die meisten Schüler der vierten Session als Anlass genommen, gar nicht erst aufzutauchen. Die meisten in Zahlen: 41. Ich stand dann mit 2 Schülern da. Der Academic Master (der, der für den Lehrbetrieb an der Schule verantwortlich ist) gestattete mir aber, die letzte Session auf nach die Ferien zu verschieben.
Am Freitag wollte einer der Blaumacher dann von mir wissen, wie lange ich mit korrigieren brauche, er hätte sein Zeugnis gerne möglichst schnell. Dreist.
Zum Thema korrigieren: die Examen der Form Is (130 Stück – mehrere „A“s (höchste Note) *freu*) sind inzwischen fertig korrigiert, die der Form IVs (die ~100, die ich schon habe) auch. An immerhin nur 2 Tagen. Das heißt korrigieren im Akkord. Und warum?
Seit Freitag ist die Schule offiziell „closed“, das heißt Osterferien. Für uns Lehrer vorerst mal bis Mittwoch, da ist Special Staff Meeting. Was das genau ist weiß noch keiner. Was aber allgemein bekannt ist, ist das am Mittwoch auch die offizielle Korrekturzeit losgeht. Und für mich die Ferien, bin ja schon fertig ;-)
Nach der kleinen monatlichen Feierlichkeit in der Assembly Hall, bei der der Headmaster eine Ansprache an die Schüler hält und die besten Schüler der Weekly Tests gekürt werden. Diesmal begann die Rede mit dem Hinweis: Eure Lehrer sind auch nur Menschen, und nicht unfehlbar. Verlasst euch nicht blind auf das was sie sagen, bildet euch zu Hause selbst weiter. Lest, übt, usw.
Eigentlich keine schlechte Idee. Nur sind z.B. unsere Computerbücher auch nicht immer ganz das gelbe vom Ei.. Aber ich kenne auch keinen Schüler der eines hat (wahrscheinlich aus finanziellen Gründen) die Schule stellt keine Bücher.
Kurze Erklärung zu den Weekly Tests: diese Tests finden jeden Samstag statt, immer 2 Fächer, je eine Stunde. Computer wurde schon mehrmals verschoben (natürlich nachdem ich die Examen vorbereitet hatte...) und dann wegen der Mid-Term Examen ganz gestrichen.
Nach jedem Monat wird ein Schnitt berechnet.
Auf Grund der anfänglich schlechten Ergebnisse wurde die Preisverleihung eingeführt. Und – es hilft! In Form IV schnellte die Zahl der Preisträger von einem auf 14 hoch, laut Prognose aus dem Office, weiter steigend!
Nach der Siegesehrung mit Preisübergabe (Stifte und Hefte – sehr sinnvoll, vor allem da Kinder ärmerer Familien oft ein Heft für alle Fächer verwenden...), rief der Headmaster die Lehrer zusammen, er muss uns etwas zeigen.
Im Gänsemarsch watschelt der ganze Lehrkörper dem Chef hinterher – in das Dormitory der Jungs.
Im Innenhof der Internatsräume hält der Headmaster eine Lange Rede über Sauberkeit in schnellem Staccato-Swahili, ich verstehe nur wenige Worte, die kurzen Hilfestellungen der andern Lehrer auf Englisch lassen auch zu wünschen übrig.
Egal: das Problem ist schnell klar: es geht um die Lehrer die im wöchentlichen Wechsel „on duty“ sind, also die die dafür sorgen, dass alles läuft, alle Zeiten eingehalten werden, die Schüler keinen Unfug treiben und – für einige Lehrer eine besondere Belustigung – auch für Strafen zuständig sind.
Diese Lehrer schauen meist nur in den Innenhof und betiteln die Sauberkeit des Internatsgeländes mit tollen Begriffen wie „excellent“.
Das haben die Schüler natürlich schnell begriffen, der Innenhof sieht tadellos aus. Dann aber geht die Führung weiter: Durch die Schlafsäle, eine Müllhalde auf der Treppe des hinteren Ausganges, durch die Toiletten – überall hin eben. Und die Sauberkeit vom Innenhof ist schnell verschwunden.
Der Headmaster mahnt zu mehr Verantwortungsbewusstseinn der Lehrer „on duty“ und vor verschiedenen Krankheiten. Anscheinend musste eine andere Schule vor kurzem erst wegen einer Cholera-Epidemie schließen.
Die Lösung: am Freitag gibt nur in den ersten beiden Stunden Unterricht, danach wird die Schule Grund-gereinigt. Natürlich von den Schülern. Die Lehrer beaufsichtigen nur.
Da nicht alle Schüler (über 1000) die Innenräume putzen können, werden auch draußen auf dem Schulgelände aufgaben verteilt: Rasenmähnen, fegen (auf einer Erdpiste reine Sisyphusarbeit) und auch kreative Aufgaben wie Unkraut auf den Mauern jäten.
Ich bin für die Rasenmäher eingeteilt. 60 Form IV Schüler, ca. 500 mal 30 Meter, mit 8 Werkzeugen.
Na klasse.
Immer 8 sind am arbeiten, der Rest sitzt untätig rum. Meine Aufgabe ist es, die Schüler zu beaufsichtigen, ihre Arbeit zu kontrollieren und – falls sie ordentlich ausgeführt wurde – die Schüler auf einer Liste abzuhaken.
Ich komme mir etwas wie der weiße Kolonialherr vor, der eine Gruppe Sklaven mit primitiven Werkzeugen über seine Felder scheucht.
Für das gute Gewissen treibe ich noch eines dieser Werkzeuge – eine flache Metallstange – auf und mähe auch ein Stück.
Ziemlich anstrengend, da das Gras nicht geschnitten sondern abgerissen wird – bei dem dicken und festen afrikanischen Gras gar nicht so leicht.
Außerdem werde ich prompt von Schülern wie Lehrern ausgelacht.
Ein Lehrer der (körperlich) arbeitet – wo gibt’s denn so was?!
Mid-Term Examinations – praktisch kaum durchführbare praktische Examen
Letzte Woche waren Mid-Term Examen - zum ersten mal praktische Examen im neuen Computerlab und, wie immer, chaotisch von vorne bis hinten.
Das hat schon damit angefangen, dass gleich am nach der Einweihung des Netzwerkes der Server den Geist aufgegeben hat. Kaum eine Woche alt, schon ist das Motherboard kaputt. Gut kann passieren, war schließlich ein gebrauchter aus Europa.
Also gleich wieder in den Computerladen gebracht und haben sogar Garantie drauf! Eigentlich alles kein Problem. Dachten wir...
"Kein Problem" heißt, wir sind schichtweiße über eine Woche lang fast täglich in den Computerladen gepilgert und haben nach unserem Server gefragt. Und jedes Mal die selben Ausflüchte zu hören bekommen: "Der Techniker ist nicht da.", "Wir haben noch keine Ersatzteile.", "Wenn der Computer bis morgen nicht fertig ist, tauschen wir ihn aus." (Wir haben immer noch den selben...)
Um es kurz zu machen: Dominic hat den Rechner an einem Donnerstag in dem Laden abgeliefert, ich habe ihn an einem Samstag - 9 Tage später! - wieder abgeholt, funktionierend.
Aber leider nicht so, wie wir ihn abgeliefert hatten... Das CD-Laufwerk haben sie durch eine Blende ersetzt, den guten Arbeitsspeicher gegen billigen Chinesischen No-Name Speicher. Das Laufwerk habe ich wieder raus gehandelt, den Arbeitsspeicher "konnten" sie leider nicht ersetzen. "Nicht können" heißt, "Wir haben nur den hier.", "Das ist der, der drin war.", usw.
War mir dann aber auch zu blöde... Funktioniert ja auch so. Und wenn nicht, nehmen wir eben wieder die Garantie in Anspruch. ;-)
Außerdem weiß ich inzwischen, dass nur der Chef des Ladens einen Schlüssel zu dem Schrank hat, in dem die Markenspeicher lagern. Und der Chef war an besagtem Samstag nicht da.
Zurück in der Schule:
Das Teil wieder angeschlossen und - erstaunlicher Weise - es funktioniert alles. Zum Glück ist unsere Festplatte mit Betriebssystem und Einstellungen noch drin und nicht überschrieben worden. Das konnte ich dem Techniker im Computerladen gerade noch ausreden...
Jetzt noch kurz alle meine Schüler als Benutzer eingefügt und die Examen können kommen.
Am Mittwoch war es dann so weit. Das erste der Examen an diesem Tag (Englisch, für alle Klassenstufen) habe ich mit dem Beaufsichtigen der Form II verbracht, dann endlich konnte es losgehen.
Oder eben auch nicht... Startzeit war 11:30, ich hatte vier Sessions mit je c.a. 43 Schülern vor mir. Ich hatte schon Angst, dass es Probleme gibt, da ich den Computerraum "über bucht" hatte: wir haben 40 Computer minus einen Lehrercomputer, also 39.
Aber es kam ganz anders:
Als um 12 noch immer keine Schüler da waren, habe ich mich auf die Suche nach meinen Form IVs gemacht. Die Lehrer, die das Englischexamen in der vierten Klasse beaufsichtigt hatten, haben gnädiger Weiße etwas Zeit drauf gegeben.
Offizielles Ende war 11 Uhr.
Und da die Schüler auf ihrer halben Stunde pause bestanden (bestanden in dem Sinne, dass sie einfach unauffindbar waren), was ich ihnen auf jeden Fall nicht verübeln kann – 2 Examen am Tag, 5 Tage die Woche ist schon hart genug - kamen die ersten um 12:15 Uhr.
Dann das Problem mit der Anmeldung am Computer: Benutzername ist Zusammengesetzt aus den ersten 8 Buchstaben des Vornamens, einem Punkt und den ersten 8 Buchstaben des Nachnamens, kein Passwort. Eigentlich nicht so schwer, an der Tafel ein eindeutiges (Meine Meinung) Beispiel.
Gut, wir konnten das nicht üben, aber so schwer ist das nicht, nicht einmal Groß/Kleinschreibung macht was aus.
Trotzdem hier die Top-5 der Probleme:
- “Ich Tippe das Passwort des Benutzers ein, den wir verwendet haben, als der Server nicht da war“,
- “ich verzähle mich bei den 8 Buchstaben“ (dazu gehört auch, „ich kürze meinen Namen, auch wenn der garkeine 8 Buchstaben hat“),
- “ich schreibe meinen Namen anders, als ich ihn diktiert habe“ (Ich habe eine Namensliste gemacht – Am Computer, damit es keine Schriftprobleme gibt – und jeden Namen gegenchecken lassen),
- “ich benutze einfach den ganzen Ausweichbenutzer“,
- und, mein persönliches Highlight: „ich benutze einen anderen Vor oder Nachnamen, als ich für die Liste diktiert habe“.
Für mich hieß das: 80 % der Schüler brauchen Hilfe. Da ich nicht alle Namen kenne, muss ich immer wieder am Lehrercomputer prüfen, welcher Name mit welcher Schreibweise. Besonders beliebt auch: Ich vertausche „L“ und „R“ (allgemein tanzanisches Problem). Aus „Erika“ wird dann ganz schnell „Elika“. Bei den uns geläufigen Namen findet man den Fehler recht einfach aber bei tanzanischen Namen sieht das etwas anders aus...
Effektiv ging es dann mit einer Stunde Verspätung los...
Die Anwesenheit der Schüler lies zu wünschen übrig, scheinbar ist die Am-Anfang-des-Alphabets-Krankheit ausgebrochen; in der ersten Session kamen nur rund 20 der 40 Schüler.
Danach wurde es besser.
Bis zur letzten Session: durch die anfängliche Verspätung und die Probleme bei der Anmeldung ist es ganz schnell später geworden, als es hätte werden sollen. Auf jeden Fall haben das die meisten Schüler der vierten Session als Anlass genommen, gar nicht erst aufzutauchen. Die meisten in Zahlen: 41. Ich stand dann mit 2 Schülern da. Der Academic Master (der, der für den Lehrbetrieb an der Schule verantwortlich ist) gestattete mir aber, die letzte Session auf nach die Ferien zu verschieben.
Am Freitag wollte einer der Blaumacher dann von mir wissen, wie lange ich mit korrigieren brauche, er hätte sein Zeugnis gerne möglichst schnell. Dreist.
Zum Thema korrigieren: die Examen der Form Is (130 Stück – mehrere „A“s (höchste Note) *freu*) sind inzwischen fertig korrigiert, die der Form IVs (die ~100, die ich schon habe) auch. An immerhin nur 2 Tagen. Das heißt korrigieren im Akkord. Und warum?
Seit Freitag ist die Schule offiziell „closed“, das heißt Osterferien. Für uns Lehrer vorerst mal bis Mittwoch, da ist Special Staff Meeting. Was das genau ist weiß noch keiner. Was aber allgemein bekannt ist, ist das am Mittwoch auch die offizielle Korrekturzeit losgeht. Und für mich die Ferien, bin ja schon fertig ;-)
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